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Das Versorgungskonzept StiftungsRente

Pensionszusagen

Die Betriebliche Altersversorgung hat viele Gesichter. Die Einrichtung und Überprüfung von Pensionszusagen gehört zu unserer Kernkompetenz.

Pensions- oder Direktzusagen sind in Deutschland nach wie vor der am weitesten verbreitete Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Eine Vielzahl von Unternehmen beschäftigt sich allerdings mit der Frage, wie der Ausweis der Verpflichtungen in der Bilanz vermieden werden kann oder die Verpflichtungen auf einen externen Versorgungsträger ausgelagert werden können. Die Gründe sind vielfältig und reichen vom Wunsch nach externer Kapitaldeckung, über Fragen der Bilanzoptik bis hin zur Einschränkung der Haftung.

Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen die Beweggründe für die Auslagerung, erläutern und vergleichen alle Gestaltungsmöglichkeiten, geben Handlungsempfehlungen und begleiten Sie bei der Realisierung der abschließend gefundenen Lösung. Unsere Dienstleistungen reichen von der zielgerichteten Kapitaldeckung, ggf. in Verbindung mit der Einrichtung so genannter Contractual Trust Arrangements (CTA) zum vornehmlichen Zweck der Bilanzverkürzung in der internationalen Rechungslegung, über den Wechsel des Durchführungsweges (z. B. der Übertragung auf einen Pensionsfonds) bis hin zu Lösungen der vollständigen Enthaftung des Unternehmens.

Nachfolgendes Interview beschreibt den Weg der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen.

"Das Dresdner-CtA hat viele Väter" veröffentlicht 13.03.2006

Die Dresdner Bank hat Anfang 2006 ihre Pensionsverpflichtungen ausgelagert - und das CTA mit 1,87 Milliarden Euro Bargeld dotiert. Insgesamt sind das Ansprüche von 22.000 Mitarbeitern, 6.000 Ausgeschiedenen sowie 15.000 Rentnern. Sowohl die Strukturierung als auch das Asset Management werden „Inhouse" organisiert.

Fragen: Michael Lennert
Dr. Martina Baumgärtel, Leiterin Taxation Banking Dresdner Bank,
Dr. Wilfried Hauck, CEO Allianz Global Investors Advisory,
Dr. Peter Roedern, Geschäftsführer Allianz Dresdner Pension Consult (ADPC).


dpn: Frau Baumgärtel, die Dresdner Bank hat sich für ein CTA entschieden, um ihre Pensionsverbindlichkeiten auszulagern. Warum?

Baumgärtel: Die Einführung eines CTAs bringt sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen Vorteile. Die Mitarbeiter erhalten dadurch eine zusätzliche Absicherung ihrer Pensionsansprüche, da das Treuhandvermögen des CTAs zukünftig nur noch für die Pensionsansprüche der Mitarbeiter verwendet werden kann. Die Vorteile aus Unternehmenssicht sind vor allem die bilanzielle Saldierungsmöglichkeit und die langfristige Ergebnisglättung: Die Volatilität der Plan Assets kann auf die durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen verteilt werden. Zudem können wesentliche Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote und Ebit verbessert werden.

dpn: Gab es auch kritische Stimmen gegen eine CTA-Lösung?

Roedern: Sicherlich. Ein klassischer Haupteinwand gegen ein CTA ist, dass die Liquidität irreversibel aus den Unternehmen abfließt, also nicht mehr für das operative Geschäft zur Verfügung steht.

Ein anderer Einwand ist, dass ein CTA seitens des Risikomanagements nicht zu einem Transfer der Versorgungs- und Kapitalmarktrisiken führt. Deswegen sollte ein CTA - da hier der Risikoausgleich zum Teil im Kollektiv stattfindet - ein gewisses Volumen aufweisen. In jedem Fall ist es ratsam, neben dem Asset Liability Management ein ergänzendes Risikomanagement zu betreiben und zum Beispiel Spitzenrisiken oder die längere Lebenserwartung über Versicherungen abzusicheren.

dpn: Stichwort Asset Liability Management (ALM). Sie haben sich bei der Asset-Manager-Auswahl quasi für eine Inhouse-Lösung entschieden, da das Asset Management in Ihrem Fall die Allianz Global Investors übernommen hat...

Hauck: Das stimmt, obwohl mir der Begriff Inhouse-Lösung nicht ganz gefällt. Allianz Global Investors ist nicht nur ein Asset Manager, sondern ein Experten-Pool, innerhalb dessen die Erfahrungen von zehn verschiedenen Asset Managern gebündelt werden. Zudem haben wir ein System, ähnlich dem eines Consultants, entwickelt, welches derzeit 250 Investment-Strategien getrennt voneinander analysiert. Hieraus picken wir nach dem Best-in-Class-Ansatz den besten Manager für das jeweilige Segment heraus. Zusätzlich zu dieser internen Analyse haben wir natürlich auch einen Vergleich zum Markt, da wir diese Art von Produkten, wiederum durch Consultants geprüft, auch an andere Kunden verkaufen. Diese interne sowie externe Kontrolle erlaubt es uns, eine optimale Struktur für die Alphaerzielung auszuwählen. Wir haben am Ende des Auswahlprozesses nicht nur die Indexoptimierung durchgeführt, sondern erücksichtigen eben auch die typische Alphaerzielung der Asset Manager für die Asset Allocation.

dpn: Von Asset Managern, die basierend auf den Ergebnissen der Asset-Liability-Studie dann versuchen, erfolgreich zu agieren...

Hauck: Die Ergebnisse der Asset-Liability-Studie sind natürlich ausschlaggebend. Zunächst hat uns der Aktuar die Liability-Struktur dargestellt. Ein Unterfangen, welches bei 43.000 Versorgungsberechtigten durchaus nicht trivial ist. Ergänzend hierzu hat ein Portfolio-Engineering-Consultant, die risklab GmbH in München, die Liability-Struktur in einer dynamischen Form analysiert und daraus eine strategische Asset Allocation abgeleitet. Zudem haben wir in jeder Entwicklungsphase eine nahtlose Verzahnung der Liability-Seite mit der Zielstruktur sichergestellt. Wichtig hierbei anzumerken ist, dass wir sämtliche Strategien nicht indexiert, sondern alle als aktive Alpha-Strategien implementiert haben.

dpn: Welche Benchmark haben Sie gewählt?

Roedern: Wir sind in unserem Anfangsportfolio konservativ gestartet. Das bedeutet konkret, dass wir zu 80 Prozent in Anleihen investieren und in Erwartung einer höheren Rendite zu 20 Prozent in Equity. Neben Aktien kann auch Private Equity beigemischt werden.

dpn: Welche Asset Manager sollen die knapp zwei Milliarden Euro verwalten?

Hauck: Es dürfte Sie wenig überraschen, wenn wir als Bond-Manager den Namen Pimco nennen. Pimco wird für einen Großteil des Bond-Anteils verantwortlich sein und mit einem Total-Return-Ansatz diversifiziert auf Alpha-Suche gehen. Als Aktien-Verwalter haben wir verschiedene Häuser für die verschiedenen Regionen ausgewählt. Das ist erstens Nicholas Applegate für das globale Mandat, zwei ACM-Mandate für den europäischen Markt und unsere Kollegen aus Hongkong, die den asiatischen Markt abdecken. Bei der Private-Equity-Anlage greifen wir zum einen wieder auf das hauseigene Allianz Know-how zurück, haben zum anderen aber aus Gründen der Diversifizierung auch einen externen Partner ins Boot geholt. Hier investieren wir jeweils pro Manager in ungefähr 30 bis 50 Dachfonds, von denen wir uns in den nächsten zehn bis zwölf Jahren eine Mehrrendite gegenüber gelisteten Aktienanlagen von 500 Basispunkten versprechen.

dpn: Haben Sie eine Master-KAG eingeschaltet?

Hauck: Eine Master-KAG ist grundsätzlich empfehlenswert. Bei diesem hauseigenen Mandat konnten wir aber ohne Informationsverlust darauf verzichten, da wir sowohl die KAG-Funktion als auch gleichzeitig die Depotbank im eigenen Konzern haben. Zudem war das Risikomanagement bereits implementiert.

dpn: Herr Roedern wies vorher darauf hin, wie bedeutend das Risikomanagement ist. Können Sie Ihr Risikomanagement genauer erklären?

Hauck: Wir konsolidieren zuerst die einzelnen Net Asset Values der einzelnen Investments auf Tagesbasis und stellen diese kontinuierlich den Anforderungen der Liabilities gegenüber. Unser Pension-Risk-Management-Ansatz (Prima) folgt der Grundidee, dass wir nicht wie bei einem Constant Proportion Portfolio Insurance-Ansatz technisch, wenn es schwierig wird, sukzessive eine defensivere Struktur fahren. Vielmehr haben wir bestimmte Indikatoren, die uns im Voraus signalisieren, ob wir konservativere Positionen eingehen sollen. Damit besitzen wir kein Trendfolgemodell, sondern können uns noch stärker auf eine verpflichtungsoptimierte Struktur konzentrieren. So erreichen wir, wenn es die Umstände erfordern, eine defensivere Strategie - und zwar zwischen und innerhalb der einzelnen Asset-Klassen.

dpn: Wie lautet die bisherige Bilanz des CTA-Prozederes der Dresdner Bank, Frau Baumgärtel?

Baumgärtel: Die Entstehung des CTAs war ein Zusammenspiel von unabhängigen Spezialisten, die qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielten. Dies bestätigt die Vorteile eines integrierten Finanzdienstleisters.

 

 

 
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